Wird Facebook überleben?

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The Rise and Fall of Online Empires
Via: CenturyLinkQuote.com

GenderCamp 2010 in Hüll

Vom 7.-9. Mai 2010 findet im ABC Bildungs- und Tagungszentrum in Hüll (bei Hamburg) das erste GenderCamp statt. Diese BarCamp positioniert sich auf der Schnittstelle von politischer Bildung und Netzkultur und möchte einen Ort für die Diskussion politischer, gesellschaftlicher wie technischer Themen rund um die Komplexe Geschlechterverhältnisse und Internet/Web2.0 bieten.

Ein BarCamp ist eine „ad-hoc-Zusammenkunft“, die den Zweck hat, Menschen Raum zum Austausch und zum gemeinsamen Lernen zu bieten. Das GenderCamp ist ein offenes Event für Diskussionen, Workshops, Vorträge und andere Präsentations-, Lern- oder Arbeitsformen, die durch die Teilnehmenden aktiv gestaltet werden. Angestrebt wird, das jede_r aktive Teilnehmer_in ist und nicht bloß Zuhörer_in.

GenderCamp 2010 – Der Trailer from ABC Bildungs- und Tagungszentrum on Vimeo.

Hier sollen sowohl spontan, als auch geplant, Vorträge und Workshops zu den verschiedensten Themen im Bereich gender, Queer-Feminismus und Netzkultur angeboten werden. An den parallel angebotenen Verantstaltungsbereichen kann je nach Interessenlage teilgenommen und/oder diese selbst mitgestaltet werden. Zentral ist hierbei eine nicht hierarchisch gegliederte Arbeitsweise. Am Ende des Barcamps soll ein reflektierendes Resümee bezüglich der Frage nach queer-feministischer agency und Praktiken im Internet stattfinden. Im Rahmen dieser Diskussion soll auch Raum für Ideen für die Entwicklung neuer Projekte gegeben werden. Zielgruppe sind Menschen ab 18 Jahren, die sich sowohl für die Themen gender und Internet interessieren und sich diesbezüglich informieren und vernetzen wollen, als auch Menschen, die sich bereits in der queer-feministischen Szene bewegen und/oder zusätzlich sich mit Netzkultur auseinandersetzen.

Schon jetzt können sich alle Interessierten in einer eigenen Online-Community aktiv an der Vorbereitung des GenderCamps beteiligen, sich eigene Sessions überlegen, Workshops oder Vortrag vordiskutieren oder sich an der Organisation beteiligen. Die verbindliche Anmeldung läuft direkt über die Webseite des ABCs.

Twitter in der Bildungsarbeit

Einen guten, zum Einstieg geeigneten Überblick über Twitter (nicht nur) in der Schule – mit nützlichen Links – bietet der Medienpädagogik Praxisblog.
Innerhalb der AdB-Projektgruppe Neue Medien, die den Blog projektwiese.de betreibt, twittern übrigens das wannseeForum unter @wannseeforum und das ABC Bildungs- und Tagungszentrum unter @abc_huell.
Fröhliche Vernetzung!

(Bild via: digiom)


Amoklauf und Pfannenkuchen auf Twitter

Nicht erst mit dem zu erwartenden Wiederaufkommen der Forderung sog. „Killerspiele“ zu verbieten stellt sich die Frage, was der Amokläufe mit Medienkompetenz zu tun haben. Nachdem vergebens online nach einer vermeintlichen Vorankündigung für die Morde in Winnenden gesucht wurde, trugen nicht nur die oft gescholtenen Massenmedien, sondern auch die selbsternannte „Social Media Scene“ dazu bei, das Verbrechen zum medialen Mitmach-Event zu stilisieren. Der Mikroblogging/SocialChat-Dienst Twitter veranschaulicht dies sehr gut.
Verständlich ist es, dass viele ein Bedürfnis haben, sich über derartige Ereignisse auszutauschen, auch online. Doch in der Twitter-Timeline wurde aus Bericht und Diskussion schnell das Zuschaustellen von Schaulust und Suggerieren von Authentizität, indem etwa User aus Berlin oder Hamburg in „@replies“ an die Twitteraccounts von BBC, CNN oder die Bildzeitung versuchten, ihre prominenten 15 Sekunden zu erhaschen.
Die Twitterin PickiHH schrieb dazu in ihrem Blog:

Die Twitterer, das sind doch die, die sich gerne zum Kreis der digitalen Bohème zählen, die den Holzmedien gerne vorwerfen, wie sehr sich diese hinterm Berg der modernen Kommunikation befinden, die Twitterer die nahezu jedem, der die Micro- und Macrobloggerei partout nicht verstehen will mangelnde Medienkompetenz vorwerfen. Gilt das für alle Twitterer? Nein, natürlich nicht, aber für genügend. Und zwar für all die, die Medienkompetenz mit der Nutzung und dem technischen Einsatz von Tools verwechseln und nicht sehen, dass Medienkompetenz immer auch mit den Inhalten, die über diese Tools ins Internet kommen, zu tun hat.
[…]
Angesichts einer solchen Alptraum-Katastrophe, bei der Menschen ihr Leben verlieren und die pure Fassungslosigkeit und Trauer hinterlässt, scheinen manche Twitterer weiter nur das eine Ziel zu verfolgen, welches sie eh jeden Tag haben: Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit in der Timeline um jeden Preis. Nein, von einem Bürgerjournalismus sind wir weit entfernt, wir sind mitten im Bürgerboulevard, wo die letzten Hemmschwellen des geschmacklosen Sarkasmus fallen. Ja, niemand kann mit einer solchen Katastrophe vollständig richtig umgehen, weder im Print, noch im TV, noch im Internet. Und das einzige was Twitter gestern gezeigt hat ist, dass es nichts nutzt, schneller Unfähigkeit zu demonstrieren als andere Medien.

Axel Brüggemann ergänzt bei freitag.de „Früher war es die Rolle der Bild, solche Details herauszufinden – heute schreibt die Netzgemeinschaft ihren eigenen, unerbittlichen Kriminal-Boulevard.“ Doch die Verschränkung mit den „alten Medien“ ist nach wie vor vorhanden. So hat die Nutzerin „tontaube“, die als erste aus der unmittelbaren Nähe über den Amoklauf twitterte, offenbar nicht nur innerhalb eines Tages 500 neue Follower auf Twitter, sondern auch zig Anrufe von Journalist_innen bekommen. – Nicht weil sie die besseren Informationen hatte, sondern, um den Amoklauf zu als Mitmach-Medien-Ereignis zu pushen. Während im Computerspiel auf virtuelle Menschen geschossen wird, werden im medialen Amoklauf 2.0 die realen Opfer zu bloßen Vehikeln der Selbstvermarktung und Öffentlichkeit. Manche bewusst, andere offenbar selbst davon überrascht, wie „tontaube“, die der Presse per Twitter mitteilte, dass sie doch auch nichts genaues über den Täter wisse.
Einer ihrer späteren Tweets bringt es dann wirklich auf den Punkt:
pfannenkuchen_tweets.jpg


Social Networks legen sich einen Verhaltenskodex auf

In der Pressemitteilung der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia heisst es:

Der Verhaltenskodex ist Ausdruck des gesamtgesellschaftlichen Verantwortungsbewusstseins und freiwilligen Engagements der Unternehmen (studiVZ, Lokalisten und wer-kennt-wen). Diese verpflichten sich, vor allem junge Nutzer durch technische Maßnahmen vor Missbrauchshandlungen Dritter wie bspw. Cyberbullying zu schützen und durch eine verstärkte Aufklärung von Minderjährigen, Eltern und Pädagogen gezielt darauf hinzuweisen, welche Schutzmöglichkeiten bestehen.

In dem Verhaltenskodex findet sich unter „Ziff. 12: Förderung von Medienkompetenz“ folgender Absatz:

Die Mitglieder der FSM leisten einen Beitrag zur Förderung von Medienkompetenz in der Überzeugung, dass nur durch das Zusammenspiel von Medienkompetenz auf Nutzerseite, Verantwortungsbewusstsein des einzelnen Anbieters und freiwillige Selbstkontrolle der Telemedien ein sinnvoller Jugendmedienschutz erreicht werden kann. Sie verpflichten sich daher, die FSM bei der Förderung von Medienkompetenz von Eltern und Kindern zu unterstützen. Sie werden die FSM insbesondere dabei unterstützen, Informationen über den sicheren Umgang mit dem Internet an Kinder, Jugendliche und Eltern zu vermitteln und Hilfestellungen beim Erwerb der Internet-Kompetenz anzubieten.

So begrüßenswert die Selbstverpflichtungsinitiative der Diensteanbieter ist, so sehr ist auch eine Kritik an der Verwendung des Begriffs der Medienkompetenz nötig: Der in der Medienpädagogik von Dieter Baacke maßgeblich geprägte Begriff muss als Basisqualifikation demokratischer Bügerkompetenz begriffen werden. Medienkompetenz sollte in der pädagogischen Praxis sich nicht von der Motivation beeinflussen lassen, junge Menschen beruflich fit für den ersten Arbeitsmarkt zu machen oder Jugendschutzmaßnahmen zu flankieren.


Soziale Netzwerke im Geheimdienstfokus

Social Networks stehen nicht nur im Fokus sozialwissenschaftlicher Forschung, sondern auch im Interesse der staatsicherheitlichen Aufklärung. Das im Dezember 2008 von der us-amerikanischen Regierung ausgeschriebene Programm „Socio-Cultural Content in Language“ soll im Sommer 2009 starten und ist auf eine Laufzeit von fünf Jahren ausgelegt. Erklärtes Ziel:

„Neuartige Designs, Algorithmen, Methoden, Techniken und Technologien zu erforschen und entwickeln, um die sozialen Ziele von Gruppenmitgliedern aufzudecken, indem diese Ziele mit der von ihnen verwendeten Sprache korreliert werden. (…) Konkret soll mittels „Natural Language Processing“ eine Verbindung zwischen Sprachgebrauch und sozialen Zielen entdeckt werden, die eine neue Informationsquelle für Analysten erschließt.“

In der Ausschreibung werden als Zielsprachen Arabisch, Chinesisch, Persisch, Koreanisch und Russisch genannt. Koordiniert wird dieses Vorhaben von der Intelligence Advanced Research Agency, die im Wesentlichen aus je einer Abteilung der NSA und der CIA besteht.
Mehr dazu bei futurezone.ORF.at.


„Taken Out Of Context“ Studie zum Verhalten Jugendlicher in Social Networks

In my dissertation, I investigated how American teenagers socialize in networked publics like MySpace, Facebook, LiveJournal, Xanga and YouTube. I was interested in how the architectural differences between unmediated and mediated publics affect sociality, identity and culture.

von Dana Boyd, Massachusetts Institute of Technology) 2002, PDF Download


Politik und Wahlkampf im Web 2.0

Markus Beckedahl hat auf Netzpolitik.org fünf Thesen zum Wahlkampf im Web 2.0 vorgestellt (siehe „weiterlesen“). In dem Vortrag bezieht er sich vor allem auf die 3. Kurzstudie „Politik im Web 2.0- Zwischen Strategie und Experiment“ in der das Engagement der Parteien, Spitzenpolitiker und ihrer Jugendorganisationen im sozialen Netz analysiert wird. Diese Studie steht ebenfalls zum Download zur Verfügung.
Update: Der Vortrag ist in drei Teilen auf YouTube zu sehen.

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Studie zu Social Networks und Jugendschutz

Die Internet Safety Technical Task Force des Berkman Centers der Harvard Universität hat die Studie Enhancing Child Safety and Online Technologies vorgestellt.
Frank Patalong von Spiegel Online fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen:

Beschimpfungen und Diffamierungen, Psychokrieg und psychische wie körperliche Misshandlungen seien „die häufigste Bedrohung“ für Heranwachsende, „sowohl offline wie online“. (…)
Es habe keinen Zweck, sich hier auf isolierte technische Lösungen wie Altersverifikationssysteme oder zensierende Filter zu stützen. Gefragt sei vielmehr ein Ansatz mit vielen Facetten: Das reiche auch von technischen Lösungen, wo diese angezeigt sind, über konsequente Anwendung rechtlicher Möglichkeiten bis hin zu Qualifizierungsmaßnahmen für Eltern und Jugendliche – Stichwort Medienkompetenz.

Die komplette Studie steht als Download im PDF Format zur Verfügung.


9 Mio Menschen nutzen soziale Netzwerke in Deutschland

Aus dem Interview von gulli mit Bettina Sokol (Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit NRW)

Lars Sobiraj: Sind unsere jüngeren Mitbürgerinnen und Mitbürger ausreichend auf alle Risiken im Internet vorbereitet? Sind sich die Kids überhaupt darüber im Klaren, welche Gefahren die Veröffentlichung ihres Profils mit sich bringen könnte? Und was man mit deren Daten so alles anstellen kann?
Bettina Sokol: Ich denke hierzu ist sicher noch Aufklärungsarbeit notwendig. Wir erstellen gerade zur Stärkung der Medienkompetenz in Kooperation mit der Initiative IT-Secure NRW eine Broschüre für den Unterricht an Schulen, die im Herbst zur Verfügung stehen soll.