Vor dem BarCamp ist nach dem Barcamp…

Das BarCamp politische Bildung 2016 – #bcpb16 – ist vorbei. Knapp 40 Menschen besuchten die fünfte Auflage des BarCamps für Multiplikator_innen der politischen (Jugend)Bildung in der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein in Werneuchen bei Berlin.

P1140127

In insgesamt 25 Sessions wurden verschiedenste Themen präsentiert, vorgestellt und diskutiert. Von praktischen Übungen, wie dem Ausprobieren von Kurz-Animation-Videos oder dem Testen des Spiels s*intro, das Verteilungsgerechtigkeit thematisiert über theoretische Diskurse über den Beutelsbacher Konsens oder die Herausforderungen und Chancen politischer Bildungsarbeit mit Geflüchteten wurde ein breites Spektrum abgedeckt.

Unter bcpb.de sind Dokumentationen zu den BarCamp-Sessions veröffentlicht. Auf Flickr haben wir ein Album mit Fotoimpressionen vom #bcpb16.

#bcpb16

Es geht weiter

Das #bcpb17 findet vom 11. bis 13. Mai 2017 im ABC Bildungs- und Tagungszentrum e.V. in Hüll bei Hamburg statt.

One Shot Videos mit Großgruppen

Hier ein Re-Post von einer Methodenbeschreibung des ABC Bildungs- und Tagungszentrum e.V. für ein One Shot Video, wie (Seminar)Großgruppe aufgenommen werden kann.

Nach einem anregenden Vorbild des Vimeo-Teams, kam vor zwei Jahren das Vorhaben, mal mit einer großen Seminargruppe ein One Shot Video zu drehen, auf die Maybe/Someday-Liste. Im April haben wir im ABC Bildungs- und Tagungszentrum dies beim Hüller JugendFilmFest verwirklicht.

[One Shot] nennt man eine Plansequenz vor allem bei Musikvideos. Dabei wird das Video in einer ungeschnittenen Einstellung aufgenommen, meistens als Kamerafahrt. (Wikipedia)

Am letzten Tag haben Teilnehmende des Filmfestes ein aus fünf Szenen zusammengesetztes „One Shot Video“ gedreht, in dem gezeigt wird, wie ein Filmfest – von der Idee bis zum Preis – genau abläuft.

„Scheiß Äpfel!“ One shot video. Unedited. Vom Hüller JugendFilmFest from ABC Bildungs- und Tagungszentrum on Vimeo.

„Scheiß Äpfel!“ One shot video. Unedited. Vom Hüller JugendFilmFest from ABC Bildungs- und Tagungszentrum on Vimeo.

Dabei sind wir wie folgt vorgegangen:

Weiterlesen

Hotel California – Antirassistisches Film- und Bildungsprojekt mit vielen Anknüpfungspunkten für die politische Bildung

Das ABC Bildungs- und Tagungszentrum e.V. in Hüll ist Teil der Projektgruppe „Globalisierung und Medienkommunikation“ im Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten, die dieses Blog betreibt. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist die politische Bildungsarbeit mit dem Medium Film eines seiner Schwerpunkte.

Mit der Fertigstellung und Premiere des Bildungs- und Kurzspielfilmprojektes Hotel California wurde eines der größten und spannendsten Projekte des ABCs fertig gestellt. Das Projekt ist formell abgeschlossen, aber noch lange nicht am Ende.

Hotel California (Trailer in der alten Vorproduktionsversion!) from DirectorsCut on Vimeo.

Der Film ist bereit, um bei Möglichst vielen Veranstaltungen (nicht nur) der politischen Bildung gezeigt zu werden. Nach der inoffiziellen Vorpremiere beim Hüller JugendFilmFest, der Premiere in Hamburg und einer geschlossenen Veranstaltung in Syke wird der Film diese Woche in Kooperation mit dem Staatstheater in Hannover gezeigt. Weitere Einladungen für Baden-Württemberg, Oldenburg, Bremen, Hamburg (zum dritten Mal) stehen an. Einige Bewerbungen für Filmfeste laufen. Auch einen sehr ausführlichen Artikel zu dem Projekt wurde in der Zeitschrift Außerschulische Bildung des AdB veröffentlicht.

Da der Film nicht nur ein wunderbares ästhetisches Werk ist, sondern auch ein politisches Statement für eine offene Flüchtlingspolitik und ein menschlicheres Miteinander soll der Film „nicht bloß“ gezeigt werden. Die Macher_innen kommen gerne auch zu Diskussionen, Seminaren oder Workshops. Details und Termine können gerne vereinbart werden:

Kontakt: Henning Wötzel-Herber hwh(at)abc-huell.de 0151-58571695

BarCamps in der politischen Bildung:
Interview mit Jöran Muuß-Merholz

Selfie / CC by 4.0 by Jöran Muuß-Merholz

Selfie / CC by 4.0 by Jöran Muuß-Merholz

Jöran Muuß-Merholz vernetzt Bildung und Medien; er leitet die Agentur Jöran & Konsorten und betreut für die Bundeszentrale für politische Bildung das Projekt #pb21 – Web 2.0 in der politischen Bildung. Ein aktueller Schwerpunkt seiner Arbeit sind Freie Bildungsinhalte (Open Educational Resources, OER).

Das Interview führte: Henning Wötzel-Herber (ABC Bildungs- und Tagungszentrum e.V.)

Q: Das Format BarCamp hat sich innerhalb kurzer Zeit weit verbreitet. Es gibt kaum Themen, zu denen es kein BarCamp gibt. Wie ist das zu erklären?
A: Jöran Muuß-Merholz: Schon in den 1980er-Jahren gab es im Umfeld des Chaos Computer Clubs den Spruch „Erst reisen die Daten, dann reisen die Menschen.“ Irgendwann will man sich nicht nur online, sondern auch vor Ort treffen. Und wenn man aus dem Internet gewohnt ist, dass jeder zu jedem Thema jederzeit aktiv etwas sagen kann, dann will man das auch auf die Offline-Welt übertragen.

Q: Welches Potential haben BarCamps für die politische Bildung?
A: Formate, die auf Teilnehmerorientierung, Partizipation und Austausch setzen, sind in der politischen Bildung ja schon viel länger bekannt als der Begriff BarCamp überhaupt existiert. Durch den BarCamp-Boom können diese Veranstaltungsformate in der politischen Bildung einen zweiten Frühling erleben.

Q: Das Programm wird von den Teilnehmenden festgelegt. Wie kann gewährleistet werden, dass politische Bildung vermittelt wird?
A: Es kann gar nicht gewährleistet werden. Der Veranstalter vermittelt ja nichts, sondern setzt nur den Rahmen, also das Oberthema, die Infrastruktur und die Moderation. Allerdings kenne ich kein einziges Beispiel, wo ein BarCamp gescheitert wäre, weil nicht ein intensiver Austausch zum Oberthema zustande gekommen wäre. Wenn das Oberthema auf einer politisch-gesellschaftlichen Ebene liegt, dann wird auch das BarCamp dem folgen.

Q: Das erste BarCamp fand 2005 statt, seit 2009 wird das Format auch explizit in der politischen Bildungsarbeit genutzt. Ist dies nur eine Modeerscheinung?
A: BarCamps bieten sich immer dann an, wenn die Teilnehmenden vor Ort selbst eine Expertise zum Thema haben. „Expertise“ muss nicht akademisch verstanden sein, es kann auch einfach eine lebensweltliche Expertise sein. Bei einem BarCamp „Leben in Hamburg-Mümmelmannsberg“ verfügen die Menschen über die größte Expertise, die in Hamburg-Mümmelmannsberg leben.
Das Format „BarCamp“ wird sich auch weiterentwickeln, das tut es ja jetzt schon. Wir sehen Aufweichungen und Vermischungen von der Ursprungsidee des BarCamps, z.B. wenn bei Tagungen und Konferenzen ein Teil des Programms klassisch und ein Teil als BarCamp strukturiert ist.

Protokollieren war gestern – Online-Tools für kollaborative Dokumentationen

Ohne Teamarbeit geht in der politischen Bildung (hoffentlich) gar nichts – Sitzungen, Diskussionen und Reflexionsrunden sind an der Tagesordnung. Damit die wichtigsten Punkte hinterher auch sicher nicht vergessen gehen, bieten sich (kollaborative) Tools an, die fürs (gemeinsame) Dokumentieren während der Besprechung, der Barcamp-Session oder einem Seminar gedacht sind. Eine kleine Auswahl:

  • In Online-Texteditoren, wie yourpart.eu, können mehrere Personen gleichzeitig an einem Dokument arbeiten. Die Speicherung passiert automatisch (und falls gewünscht, kann das Online-Dokument auch exportiert und lokal gespeichert werden) – alles ohne Anmeldung, bei diesem unabhängigen Anbieter auch ohne Werbung. Weiterlesen


klasse! – klassische Methoden politischer Bildung

(Neue) Medien halten für die politische Bildungsarbeit attraktive Möglichkeiten bereit. Die Abgrenzung politischer Bildungsarbeit mit Medien von reinen medienpädagogischen Projekten ist jedoch nicht einfach, da – auf den ersten Blick – in beiden Bereichen teils mit ähnlichen Methoden gearbeitet wird. Um  Multiplikator_innen, die in der medienpädagogischen oder politischen Bildungsarbeit arbeiten bei der Methodenwahl zu unterstützen führte das ABC Bildungs- und Tagungszentrum das Seminar „Politische Bildung mit Medien – Methoden und Werkzeuge“ durch.

Folgende Materialien wurden gesammelt, getestet und bewertet:
* kommentierte Links zu Methodensammlungen

Methodendokumentation:
Die lebende Maschine

„Wie im richtigen Leben“ – Rollenrennen:

„Stille Diskussion“

„Mindmap“

„Refugee Chair“ und „Fluchtgründe“

Theaterpädagogische Übung


BarCamps in der politischen Bildung

Sessiondokumentation von Mari Nagaoka zur Session „Barcamps in der politischen Bildung“ von Henning Wötzel-Herber bei der Zentralen Arbeitstagung (ZAT) des AdB 2013

Erfahrungen aus Hüll

  • Start in Hüll mit der Bar Camp-Arbeit: 2010 Gendercamp (Geschlechterverhältnisse und Medien) in Hüll, im ABC
  • Hintergrund Barcamps:

Die meisten Barcamps finden in meist in weniger formellen Rahmen (z.B. oft über Firmen – bspw. Barcamp Hamburg – findet beim Otto-Konzern (stellen Räume zur Verfügung, Catering) statt oder in der Uni) statt, damals noch selten, dass es im Rahmen einer Bildungsstätte stattfindet.

Erfolgskriterien

  • nicht alleine, sondern mit Menschen, die selbst motiviert waren, das weiterverbreiten, politische Motivation – feministischer Hintergrund, oft fehle dafür Räume und Austauschrahmen. Durch die Zusammenarbeit mit ABC- Rahmen wird der Rahmen geschaffen. Intensiverer Rahmen durch Bildungsstätten-Charakter (mit Übernachtung)

Finanzierungsfrage:

  • Vorteil: war neu – Sondermittelförderantrag bei dem bpb (Sondertopf web 2.0) , TN-Beitrag: 35,00€, erstes Jahr 60 Personen.

Ergebnis:

  • Sehr gute Resonanz
  • Folgejahre: sehr einfach TN zu finden: z.B. im letzten Jahr 60 Plätze innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.

Ausweitung von Veranstaltungen als Barcamps:

  • Israel-Soli-Camp (2010, 2011)
  • Vernetzung ist ein wichtiges Kriterium, um TN zu finden, oder mit einer festen Gruppe (z.B. Beispiele aus anderen Bildungsstätten – mit z.B. einer Schule, einer Schulklasse). Beim Gendercamp viele netzaffine Personen, die eh schon viel im Netz vernetzt waren.

2012: erstmalig Jugendpolitikcamp erstes Barcamp für Jugendliche in Hüll

  • Geplante Zielgruppe hier: politisch engagierte Jugendliche- mit einer guten Vernetzung), aber nicht ganz so erfolgreich – Jugendliche haben oft ein Überangebot, meist in eigenen Strukturen eingebunden
  • tatsächlich erreichte Zielgruppe: bildungsbenachteiligte Jugendliche u.a. mit Migrationshintergrund. Eher Jugendliche, für die es weniger Angebote gibt
  • Werbung im Netz, und klassische Werbewegen über Flyer-Postkarten an Schulen, Jugendzentren
  • Im nächsten Jahr: ehemalige Teilnehmer_innen sprechen andere Jugendliche an.
  • Kooperation mit Migrantenselbstorganisation (Jugendliche ohne Grenzen)

Das IJAB hat einen Reader herausgebracht zur Durchführung eines Barcamps auf folgender Seite: http://www.ijab.de/teilhabe/partizipation/a/show/youthpart-veroeffentlicht-den-jugendbarcamp-reader/

Links zur Erstellung von EtherPads

Mit EtherPads können mehrere Teilnehmer_innen an ein und demselben Dokument arbeiten. Das kollaborative Tool ist kostenlos nutzbar und wird von unterschiedlichen Anbietern zur Verfügung gestellt: Edupad (Achtung, Pad lässt sich nicht einbetten, läuft dafür stabil) etherpad.eu jugendinfo.de piratepad.net

Nicht vergessen: Es empfiehlt sich, EtherPads immer wieder zu speichern (unter Saved Revisions) – auch lokal.

Alternate Realitiy Games in politischer Bildung


In der Session ARG in politischer Bildung wurde diskutiert, ob politische Bildung unterhalten darf – ob JuBis sich als Entertainer präsentieren können?

Alternate Reality Games sind urbane Spiele, die die traditio­nelle Stadtrallye mit Rollenspielelementen und einer spannenden, dicht gewebten, fiktiven Hintergrundgeschichte kombinieren. Dabei werden bewusst die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischt. Die Teil­nehmenden an solchen Veranstaltungen ver­folgen in der Stadt und im Internet Hin­weise, die zur Lösung eines Problems oder zur Aufdeckung der Hintergrundgeschichte beitragen. Den Spielhintergrund bietet die moderne Großstadt.


Zwischenfeedback in Bild und Ton

Viele Teilnehmer_innen der ZAT haben im Wannseeforum zum ersten Mal an einem Barcamp teilgenommen. Von Aussen ist zu beobachten, dass alle sehr engagiert und interessiert mitarbeiten – eine kurze Umfrage gibt einen ersten Eindruck, wie die TN über die Methode Barcamp denken: